Bildgestaltung - So machen Sie mehr aus ihren Fotos

Ein Foto sagt mehr als tausend Worte, aber wenn Sie mehr als nur den Inhalt Ihres Fotos ausdrücken möchten, müssen Sie wissen, wie man es gestaltet und komponiert.

Das Design und die Komposition eines Bildes verraten dem Betrachter mehr über das Motiv als nur über den Inhalt des Rahmens. Es kann auch Emotionen hervorrufen und beim Betrachter Gedanken und Gefühle erwecken. Es gibt viele verschiedene Techniken, mit denen Sie mehr aus Ihren Fotos herausholen können, z. B. zuschneiden, Filter, Beleuchtung und vieles mehr.

Retro-Kamera und einige alte Fotos auf Holztisch. Vintage-Attrappe für Kunstwerke oder Logo-Design-Präsentation mit Filmkamera und Objektiv. Sicht von oben

Verwendung von Filtern

Die Verwendung von Filtern ist eine Möglichkeit, ein Bild zu verbessern. Filter sind eine großartige Möglichkeit, Ihren Fotos mehr Tiefe und visuelle Attraktivität zu verleihen. Es gibt viele verschiedene Arten von Filtern, die auf ein Bild angewendet werden können, aber alle haben den gleichen Zweck: das Foto ästhetisch ansprechender aussehen zu lassen. Einige Leute wählen einen Filter wegen seiner Farbe oder Intensität, während andere ihn verwenden, um ihre Stimmung zu verändern oder ein bestimmtes Gefühl beim Betrachter zu erzeugen. Filter werden oft für Instagram-Posts verwendet, weil sie die Fotos besser und interessanter aussehen lassen.

Kamerafilter im Flugzeug

Bildkomposition/Perspektive

Bildkomposition ist die Kunst und Technik, die Elemente eines Bildes so zusammenzusetzen, dass ein ansprechendes, zusammenhängendes Werk entsteht.

Eine gute Komposition sollte ein einheitliches Prinzip haben, das die verschiedenen Teile des Bildes miteinander verbindet oder ihnen zumindest ein Gefühl von Ordnung und Richtung gibt. Es sollte auch optisch ausgewogen sein, kein Teil davon sieht zu schwer oder zu leicht aus.

Der erste Schritt zum Komponieren eines Bildes besteht darin, etwas Interessantes zum Fotografieren zu finden. Sobald Sie Ihr Motiv gefunden haben, ist es Zeit zu entscheiden, wo Sie es im Rahmen platzieren möchten. Dies wird Framing genannt, und es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, dies zu tun. Es gibt auch viele verschiedene Regeln, die Ihre Kompositionsentscheidungen leiten können – einige universell, andere einzigartig für bestimmte Genres der Fotografie.

Die Drittelregel ist eine der gebräuchlichsten Richtlinien für die Bildkomposition mit Motiven, die auf beiden Seiten mehr als ein Drittel des Rahmens einnehmen. Mit der Drittelregel teilen Sie das Bild mit zwei waagerechte Linien und zwei senkrechte Linien gedanklich in neun Teile. Sie legen die wichtigen Elemente ihres Fotomotivs entlang oder auf diese Linien und Punkte. Ein dezentraler Bildaufbau ist für das Auge sehr viel angenehmer und gibt dem Foto ein natürlicheres Aussehen. Wird das Motiv direkt in der Mitte platziert, leidet die Qualität. Der zusätzlich erhaltene negative Raum (der Teil ohne dein Hauptmotiv) gibt ihnen weiteren Spielraum, den Sie kreativ nutzen können.


Wie wird die Drittelregel angewendet?

Sobald Sie auf ihren Display oder durch den optischen Sucher schauen, müssen Sie sich die Linien ins Bild denken. Denken Sie darüber nach, welche Elemente des Bildes ihnen am wichtigsten sind und versuchen Sie, diese Elemente direkt bei oder möglichst nah an den Linien und Schnittpunkten des Gitternetzes zu platzieren. Sie müssen nicht perfekt an einer Linie liegen, solange sie nah aneinander sind. Zur Unterstützung verfügen viele Kameras über eine Einstellung, die das Gitternetz der Drittelregel virtuell auf ihr Foto legen. Dadurch verschwinden Unsicherheiten und es hilft ihnen, die Anordnung im Bild noch weiter zu präzisieren. Es kann sein, dass Sie sich bewegen müssen, um die beste Aufnahme machen zu können. Daher müssen Sie über das Foto genauer nachdenken und für sich festlegen, ob Sie die Drittel Regel anwenden wollen oder nicht.

Drittelregel – Beispielfoto

Augenhöhe ist nicht immer die beste Höhe

Meistens fotografiert man im Stehen. Grundsätzlich ist das auch eine gute Variante um Fotos zu machen. Oft lohnt es sich aber auch, die gewohnte Augenhöhe zu verlassen. 

Aus der Vogelperspektive wirken Motive oft kleiner und die Perspektive gibt dem Bild auch schon mal eine herablassende Wirkung. Umgekehrt können Sie durch die Froschperspektive Motive auch mal größer wirken lassen. 

Sie dürfen sich natürlich auch bewegen und müssen nicht in einem imaginären Kreis stehen bleiben.

Vogelperspektive

Froschperspektive

Licht und Schatten

Licht und Schatten sind die Voraussetzung, dass wir die Umwelt visuell wahrnehmen können, und somit sind sie zentral für unser Sehen selbst. Ebenso zentral sind Licht und Schatten somit für die Fotografie. Das Licht zeichnet die Formen und formt den Schatten. 

Das gleiche Motiv kann unter verschiedenen Lichtverhältnissen ganz unterschiedlich zur Geltung kommen. Wenn Sie fotografieren, muss die Sonne immer im Rücken stehen. Diese Bilder weisen kaum noch Schatten und dadurch kaum Zeichnung auf und wirken flau und flach. Doch gerade eine ungewohnte Richtung des Lichteinfalls kann man Motive in ein ganz anderes Licht rücken. 

Frontale Beleuchtung – Frontlicht

Der Vorteil von frontalem Licht ist, dass es kaum störende Schatten gibt. Frontal beleuchtet sind Bilder, die Sie mit dem in der Kamera integrierten oder aufgesteckten Blitzgerät geknipst haben. Oder wenn Sie die Sonne im Rücken haben. Gerade in den Morgen- und Abendstunden kommen Bilder im Frontallicht durch die satten Farben zur Geltung. Meist wirken die Bilder wegen der fehlenden Schatten sehr flach und flau.

Seitliche Beleuchtung – Streiflicht

Seitenlicht ist in vielen Fällen dem Frontlicht vorzuziehen. Es zeichnet Tiefe ins Bild und wirkt weniger flach. Besonders morgens und abends herrschen bei sonnigem Wetter solche Verhältnisse, welche zu sehr schönen Landschafts- und Architekturbilder führen können. Das Licht ist dann etwas wärmer. Gerade deshalb spricht man auch von der goldenen Stunde (nicht zu verwechseln mit der Blauen Stunde – im Dämmerlicht). In den kühleren Jahreszeiten steht die Sonne auch mittags sehr tief und taucht die Landschaft in stimmungsvolle Licht- und Schattenpartien. Diese Tiefe macht aus vielen Landschaftsaufnahmen etwas ganz Besonderes. Aber auch Strukturen an Fassaden werden durch das Seitenlicht – auch Streiflicht genannt – sehr betont und lassen das Sujet dreidimensional wirken. Oder es entstehen tolle Schatten-Motive.

Beleuchtung von oben

Wenn die Sonne am höchsten steht, liegt der erfahrene Fotograf auf der faulen Haut. Das starke Sonnenlicht und die kleinen Schatten mögen kaum ein Motiv wirklich verzaubern. Deshalb ist es vielfach besser, auf die Morgen- oder Abendstunden auszuweichen. Im Winter ist der Sonnenstand in unseren Breitengraden mittags so tief, dass Sie trotzdem interessante Lichtverhältnisse vorfinden werden. Und trotzdem lohnt es sich, auch einmal mittags unterwegs zu sein: In einer Stadt, im Wald (Baumkronen von unten fotografieren). Auch Schwarz-Weiss-Bilder profitieren von den starken Schlagschatten einer hoch stehenden Sonne.

Beleuchtung von unten

Dies ist ein besonderer Effekt, weil unser Auge gewohnt ist, dass das Licht von oben oder der Seite kommt. Das Licht von unten wirft deshalb in Gesichtern unnatürliche Schatten und hinterlässt bei uns ein Gefühl von Geisterhaften oder Unheimlichem. Dieser Effekt wird oft in Theater und Film eingesetzt, um die Dramatik zu steigern.

Schatten symbolisiert Tiefe

Schatten ist eine direkte Folge der Dreidimensionalität der Objekte, entsprechend hat Schatten einen direkten Bezug zu unserem Empfinden von Tiefe und Räumlichkeit. Unter Zuhilfenahme der Schatteninformation im Bild modelliert unser Gehirn die Objekte zu als dreidimensional empfundenen Gebilden. Entsprechend werden Bilder als flach empfunden wenn keine Schatten vorhanden sind. Die Art der Beleuchtung trägt daher wesentlich zum Räumlichkeitseindruck bei. Ausgehend von einer hochstehenden Lichtquelle im Rücken – dies entspricht der Position der Sonne wenn wir nicht gegen das Licht sehen – werden Schatten als unten und hinten interpretiert.

  • Helle Objekte drängen daher nach oben und vorne,
  • dunkle werden eher als unten und hinten empfunden.

Daraus ergibt sich auch der interessante Aspekt, dass abstrakte Objekte, deren Ausrichtung wir nicht anderweitig klar bestimmen können, ihre empfundene Räumlichkeit umkehren, wenn wir die Lichtrichtung um 180° drehen. Wird die Lichtrichtung umgedreht, also „schräg von unten“, so fallen die Schatten nach oben, die normalerweise beleuchtete Seite liegt jetzt im Schatten.

Schattenbild von einer Brücke

Fazit zur Bildgestaltung

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, wie Sie ihr Auge trainieren können. Das sind ein paar davon, die wir selbst spannend finden. Warum nicht mal einen Tag nur Muster oder Linien fotografieren? Es bringt auch echt Spaß, sich mal nur auf Schwarz-Weiß Fotografie zu fokussieren. Wenn Sie mehr über Fotografie erfahren wollen schauen Sie gerne auf meiner Seite vorbei: https://picery.de/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.